Refraktiver Linsentausch

RLE als Alternative zur Gleitsichtbrille

Refraktiver Linsentausch ist eine sehr gute Möglichkeit, um bis ins hohe Alter scharf zu sehen.

Dieses Verfahren wird zur Zeit nur an unseren schweizer Standorten angeboten.

Was ist ein refraktiver Linsentausch?

In aller Kürze

Bei dem RLE Verfahren handelt es sich um einen refraktiver Linsenaustausch, bei dem die natürliche Linse des Auges durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Das Verfahren kann bei Alterssichtigkeit, höherer Weitsichtigkeit oder bestimmten Fehlsichtigkeiten eine Alternative zur Gleitsichtbrille sein, muss aber wie jede Operation sorgfältig abgewogen werden.

Beim RLE-Verfahren wird die natürliche Linse des Auges entfernt und durch eine künstliche Linse, eine sogenannte Intraokularlinse, ersetzt. Der Eingriff ähnelt technisch einer modernen Operation des Grauen Stars, der Unterschied liegt vor allem im Anlass der Operation: Bei der Kataraktoperation wird eine getrübte Linse ersetzt, beim RLE-Verfahren steht die Korrektur der Fehlsichtigkeit und Alterssichtigkeit im Vordergrund.

Viele Menschen zwischen 45 und 65 merken, dass sich ihre Sehgewohnheiten verändern. Die Arme werden beim Lesen scheinbar zu kurz, kleine Schrift ist anstrengender zu lesen und irgendwann reicht eine einfache Fernbrille nicht mehr aus. Häufig kommt dann eine Gleitsichtbrille infrage, für manche Patientinnen und Patienten ist aber auch ein operatives Verfahren eine Option: der refraktive Linsenaustausch, international oft RLE (Refractive Lens Exchange), deutsch RLA für Refraktiver Linsen-Austausch oder CLE (Clear Lens Exchange) genannt.

Für die richtige Einordnung ist wichtig: RLE ist kein Augenlaser-Verfahren an der Hornhaut. Es verändert nicht die Form der Hornhaut wie eine Femto-LASIK, sondern ersetzt die natürliche Linse, die im Laufe des Lebens ihre Elastizität verliert. Dadurch kann das Verfahren besonders für Menschen interessant sein, bei denen die Alterssichtigkeit im Alltag bereits eine zentrale Rolle spielt.

Das Verfahren

RLE steht für Refractive Lens Exchange und bedeutet refraktiver Linsenaustausch.

Patientenausrichtung

Das Verfahren richtet sich an Menschen ab etwa 40 bis 60 Jahren, bei denen Alterssichtigkeit, Weitsichtigkeit oder hohe Fehlsichtigkeiten den Alltag spürbar beeinflussen.

Eine neue Linse

Die natürliche Linse wird durch eine Kunstlinse ersetzt, die vorher anhand genauer Messdaten individuell berechnet und angefertigt wird.

Verschiedene Linsenarten

Monofokal-, Multifokal-, trifokale und EDOF-Linsen verfolgen unterschiedliche Sehziele und bringen unterschiedliche Kompromisse mit sich.

Restrisiko

Jeder Eingriff im Augeninneren trägt ein Restrisiko, unter anderem für Infektionen, Entzündungen, Netzhautkomplikationen, Linsenfehlpositionen, Restfehlsichtigkeit und Lichtphänomene.

Die Voruntersuchung

Eine seriöse Entscheidung kann erst nach einer gründlichen Voruntersuchung gefällt werden, bei der Hornhaut, Linse, Netzhaut, Sehnerv, Tränenfilm, Pupillengröße und Sehbedürfnisse gemeinsam beurteilt werden.

Warum entsteht Alterssichtigkeit?


Alterssichtigkeit entsteht, weil die natürliche Linse mit den Jahren fester wird und sich nicht mehr ausreichend auf Nähe, Bildschirmdistanz und Ferne einstellen kann. Eine Gleitsichtbrille gleicht diesen Verlust aus, bei einem refraktiven Linsentausch wird die alternde Linse durch eine Kunstlinse mit geplantem Sehprofil ersetzt.

Die Alterssichtigkeit, medizinisch Presbyopie genannt, ist ein normaler biologischer Alterungsprozess. In jungen Jahren ist die natürliche Linse weich und elastisch, sie kann ihre Form verändern und dadurch Licht für unterschiedliche Entfernungen scharf auf die Netzhaut bündeln: Dieser Vorgang heißt Akkommodation.

Warum wird die natürliche Linse ersetzt?


Die natürliche Linse ist bei Alterssichtigkeit biologisch weniger beweglich: Ein Laser an der Hornhaut kann Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung korrigieren, aber er macht die natürliche Linse nicht wieder elastisch. Aus diesem Grund kann die Femto-LASIK für viele jüngere Menschen mit stabiler Fehlsichtigkeit eine geeignete Option sein, bewahrt aber nicht vor der Alterssichtigkeit.

Bei einem refraktiven Linsentausch wird die natürliche Linse entfernt, da sie die Akkommodation nicht mehr ausreichend leisten kann. An ihrer Stelle wird eine Kunstlinse eingesetzt, die im Gegensatz zu einer natürlichen Linse weder altert, noch eintrübt: Ein späterer Grauer Star kann an dieser Linse nicht mehr entstehen.

Welche Linsentypen gibt es?

Die Wahl der Kunstlinse ist bei einem refraktivem Linsentausch einer der wichtigsten Schritten: Es gibt nicht die eine beste Linse für alle, jede Linse löst ein bestimmtes Sehproblem besonders gut und bringt dafür andere Kompromisse mit sich.

Durch eine ausführliche und umfassende Untersuchung klären wir gemeinsam, welcher Linsentyp für Dich die beste Wahl ist.

Kurzantwort

Beim refraktiven Linsentausch kommen vor allem Monofokallinsen, multifokale oder trifokale Linsen, EDOF-Linsen und torische Linsen zum Einsatz. Die Entscheidung betrifft nicht nur den Wunsch nach Brillenfreiheit, sondern auch Kontrastwahrnehmung, Nachtsehen, Halos, Bildschirmkomfort und die Frage, ob der Einsatz einer Lesebrille akzeptabel bleibt.

Welche Linsen kommen zum Einsatz?

Die natürliche Linse wird ersetzt, weil sie bei Alterssichtigkeit ihre Elastizität verloren hat und Nähe nicht mehr ausreichend fokussieren kann. Ein Laser kann die Fehlsichtigkeit an der Hornhaut korrigieren, aber eine alternde Linse nicht wieder beweglich machen: Der Alterungsprozess ist nicht reversibel, daher setzt man bei RLE-Verfahren auf einen Linsentausch.

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Monofokallinsen:
Ein Fokus für sehr klare Sicht

Eine Monofokallinse hat einen Hauptfokus, häufig wird sie so berechnet, dass die Ferne möglichst scharf ist. Viele Patientinnen und Patienten benötigen danach weiterhin eine Lesebrille oder eine Brille für Zwischenbereiche, etwa am Bildschirm. Der Vorteil monofokaler Linsen liegt in ihrer optischen Einfachheit: Sie teilen das einfallende Licht nicht auf mehrere Brennpunkte auf und dadurch sind Kontrastwahrnehmung und Nachtsehen oft am wenigsten beeinträchtigt. Für Menschen, die zum Beispiel beruflich viel nachts fahren, sehr hohe Anforderungen an das Kontrastsehen haben oder bei denen Netzhaut, Sehnerv oder Hornhaut Irregularitäten aufweisen, kann eine monofokale Linse die sicherere Wahl sein.

Eine Monofokallinse bündelt das einfallende Licht auf einen einzigen festen Sehbereich, meist für scharfes Sehen in der Ferne.
Eine Monofokallinse bündelt das einfallende Licht auf einen einzigen festen Sehbereich, meist für scharfes Sehen in der Ferne.
2

Multifokale & trifokale Linsen:
Mehr Sehbereiche, mehr optische Kompromisse

Multifokale und trifokale Linsen verteilen das einfallende Licht auf mehrere Sehbereiche. Das Ziel ist, die Abhängigkeit von Brille oder Kontaktlinsen in Ferne, Zwischenbereich und Nähe zu reduzieren. Für viele Menschen ist das im Alltag attraktiv, besonders wenn sie die Gleitsichtbrille als störend empfinden.

Der Preis dieses erweiterten Sehbereichs ist optisch relevant: Weil das Licht auf mehrere Brennpunkte verteilt wird, kann die Kontrastwahrnehmung schwächer sein als bei einer monofokalen Linse. Außerdem können Halos, Blendung, Lichtkränze, Sternstrahlen oder Schattenbilder auftreten, vor allem bei Dunkelheit und rund um Lichtquellen. Viele Menschen gewöhnen sich im Laufe der ersten Monate daran, aber nicht alle empfinden diese Phänomene als nebensächlich.

Deshalb ist eine multifokale oder trifokale Linse nicht automatisch die modernere oder bessere Wahl. Sie ist eine Wahl mit einem bestimmten Ziel: möglichst frei von Sehhilfen zu sein, aber mögliche Einbußen bei Kontrast und Nachtsehen zu akzeptieren.

Eine Multifokal-Linse verteilt das einfallende Licht auf mehrere Brennpunkte und ermöglicht dadurch scharfes Sehen in Nähe, Ferne und Zwischenbereich.
Eine Multifokal-Linse verteilt das einfallende Licht auf mehrere Brennpunkte und ermöglicht dadurch scharfes Sehen in Nähe, Ferne und Zwischenbereich.
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EDOF-Linsen:
Erweiterter Fokus mit moderaterem Kompromiss

EDOF steht für Extended Depth of Focus, also einen erweiterten Tiefenschärfebereich. Diese Linsen versuchen, nicht mehrere getrennte Brennpunkte zu erzeugen, sondern einen verlängerten Sehbereich. Häufig liegt der Schwerpunkt auf Ferne und Zwischenbereich, also etwa Autofahren, Computer, Alltag in Innenräumen und Orientierung im Raum.

Im Vergleich zu klassischen multifokalen oder trifokalen Konzepten können EDOF-Linsen bei geeigneten Augen weniger störende Lichtphänomene verursachen. Gleichzeitig ist die Nahsicht für sehr kleine Schrift oder langes Lesen nicht immer so stark wie bei trifokalen Linsen. Sofern man eine EDOF-Linse mit einer Monovision plant (ein Auge wird hierbei für die Fernsicht optimiert, dass andere für den Intermediärbereich und die Nähe), kann eine weitgehende Brillenfreiheit erreicht werden. Auch EDOF-Linsen sind keine kompromissfrei Alternative: Je nach Design und Hersteller kann die Kontrastwahrnehmung ebenfalls beeinflusst sein.

Eine EDOF-Linse erzeugt einen verlängerten Fokusbereich und ermöglicht dadurch scharfes Sehen in der Ferne und im Zwischenbereich.
Eine EDOF-Linse erzeugt einen verlängerten Fokusbereich und ermöglicht dadurch scharfes Sehen in der Ferne und im Zwischenbereich.
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Torische Linsen:
Korrektur der Hornhautverkrümmung

Viele Kunstlinsen gibt es auch als torische Variante, sie korrigieren zusätzlich eine relevante Hornhautverkrümmung. Das ist wichtig, weil selbst eine gut berechnete Linse nicht das gewünschte Ergebnis erreicht, wenn ein ausgeprägter Astigmatismus unberücksichtigt bleibt. Torische Linsen können mit monofokalen, EDOF- oder multifokalen Konzepten kombiniert werden.

Eine torische Linse gleicht durch unterschiedlich starke Krümmungen eine Hornhautverkrümmung aus und bündelt das Licht wieder präzise auf der Netzhaut.
Eine torische Linse gleicht durch unterschiedlich starke Krümmungen eine Hornhautverkrümmung aus und bündelt das Licht wieder präzise auf der Netzhaut.

Linsentypen im Überblick

LinsentypHauptzielTypischer Kompromiss
MonofokallinseSehr klare Sicht in einer Hauptdistanz, häufig FerneMeist weiterhin Brille für Nähe oder Zwischenbereich
Monofokale Monovision oder MicromonovisionEin Auge stärker für Ferne, das andere leicht für Nähe oder ZwischenbereichNicht jeder verträgt den Unterschied zwischen beiden Augen gleich gut
Multifokale oder trifokale LinseMehr Brillenunabhängigkeit in Ferne, Zwischenbereich und NäheHäufiger Halos, Blendung, geringere Kontrastwahrnehmung, längere Eingewöhnung
EDOF-LinseErweiterter Sehbereich, oft Ferne und ZwischenbereichNahsicht kann begrenzt bleiben; Kontrast und Lichtphänomene hängen vom Modell ab
Torische LinseKorrektur einer HornhautverkrümmungExakte Messung und stabile Linsenposition sind besonders wichtig

Für wen kann ein refraktiver Linsentausch sinnvoll sein?

Ein refraktiver Linsentausch kann sinnvoll sein, wenn Alterssichtigkeit, höhere Weitsichtigkeit, beginnende Linsenveränderungen oder eine starke Brillenabhängigkeit den Alltag deutlich belasten. Weniger geeignet ist das Verfahren oft bei sehr jungen, noch klaren Linsen, erhöhtem Netzhautrisiko, relevanten Augenerkrankungen oder unrealistischen Erwartungen an vollständige Brillenfreiheit.

Das RLE-Verfahren kann für Menschen interessant sein, bei denen die Alterssichtigkeit nicht nur gelegentlich stört, sondern die verminderte Sehqualität im Alltag deutlich bestimmt. Typisch sind Patientinnen und Patienten, die mit Gleitsichtbrillen nicht gut zurechtkommen, häufig mehrere Brillen wechseln müssen oder zusätzlich eine relevante Weit- oder Kurzsichtigkeit haben. Wer im Internet nach "Linsentausch statt Gleitsichtbrille" oder "Alterssichtigkeit operieren lassen" sucht, sollte dabei nicht nur an Komfort denken, sondern auch an die medizinische Eignung des Auges.

Besonders sorgfältig wird ein refraktiver Linsentausch bei Menschen geprüft, die jünger als etwa 50 Jahre sind. In diesem Alter ist die natürliche Linse oft noch relativ klar und teilweise flexibel. Dann können je nach Befund Augenlaser-Verfahren oder phake Linsenimplantate, also Zusatzlinsen vor der natürlichen Linse, die bessere Wahl sein. Bei Menschen über 60 verschiebt sich die Abwägung häufiger zugunsten eines Linsenaustauschs, weil die natürliche Linse ohnehin weniger flexibel ist und oft erste Linsentrübungen beginnen. Wichtig ist, dass die Augen individuell altern, so dass diese Angaben nur als Richtwerte verstanden werden sollen und nicht ein Gespräch mit uns ersetzen.

Refraktiver Linsentausch wird bei YOUSEE für Patienten zwischen 40 und 60 Jahren angeboten.

Eher profitieren können Patientinnen und Patienten:

Möglicherweise nicht ideal ist RLE:

  • mit deutlicher Alterssichtigkeit und Wunsch nach weniger Abhängigkeit von der Gleitsichtbrille

  • mit höherer Weitsichtigkeit, bei der ein Hornhautlaser nicht ideal wäre

  • mit beginnenden Linsenveränderungen, die noch nicht zwingend eine Kataraktoperation erfordern, aber die Sehqualität bereits beeinflussen

  • mit Fehlsichtigkeiten außerhalb des sinnvollen Laserbereichs

  • mit realistischen Erwartungen an Brillenunabhängigkeit, Kontrastsehen und mögliche Lichtphänomene

  • mit gesunder Netzhaut, stabilem Sehnerv und unauffälliger Hornhaut

  • bei jungen Patientinnen und Patienten mit noch flexibler, klarer Linse

  • bei hoher Kurzsichtigkeit mit erhöhtem Netzhautrisiko, insbesondere wenn bereits Netzhautveränderungen vorliegen

  • bei Makulaerkrankungen, fortgeschrittenem Glaukom, relevanter diabetischer Retinopathie oder anderen Erkrankungen, die Kontrastsehen und Sehqualität begrenzen

  • bei sehr hohen Ansprüchen an Nachtsehen, Kontrast und blendungsarmes Sehen, wenn gleichzeitig eine multifokale Linse gewünscht wird

  • bei unrealistischer Erwartungen

  • bei aktiven Entzündungen, instabiler Augengesundheit oder unzureichender Nachsorgefähigkeit

Die Voruntersuchung: Der wichtigste Teil der Entscheidung

Eine gute Entscheidung für oder gegen einen refraktiven Linsentausch beginnt mit der Diagnostik, für die wir uns bei YOUSEE besonders viel Zeit nehmen. Die Frage lautet nicht nur: "Kann man operieren?", sondern: "Ist diese Operation für dieses Auge, diese Lebenssituation und diese Erwartung wirklich sinnvoll?"

Vor einem RLE-Eingriff werden unter anderem Sehstärke, Hornhautform, Hornhautdicke, Pupillengröße, Augeninnendruck, Vorderkammer, Linse, Netzhaut und Sehnerv untersucht. Hinzu kommen Biometrie zur Linsenberechnung, Hornhauttopographie oder -tomographie und eine OCT-Untersuchung der Makula.

Besonders bei höherer Kurzsichtigkeit ist eine sorgfältige Netzhautkontrolle wichtig, weil Netzhautkomplikationen nach einem Linsenaustausch ein Risiko darstellen können.

Ebenso wichtig ist das Gespräch über den Alltag: Fährst Du viel nachts? Arbeitest Du lange am Bildschirm? Liest Du regelmäßig kleine Schrift? Legst Du mehr Wert auf maximale optische Klarheit oder auf darauf möglichst gar keine Sehhilfe zu brauchen?

Diese Fragen sind nicht nebensächlich: Sie entscheiden mit darüber, ob eine monofokale, EDOF-, multifokale oder kombinierte Strategie sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

Die Voruntersuchung entscheidet, ob ein refraktiver Linsenaustausch medizinisch sinnvoll ist und welche Kunstlinse empfehlenswert ist. Geprüft werden unter anderem Hornhaut, Linse, Netzhaut, Sehnerv, Pupille, Tränenfilm und die genaue Sehstärke.

Ebenso wichtig sind aber auch Alltag, Beruf, Nachtfahren, Bildschirmarbeit, Lesegewohnheiten und die Erwartungshaltung an die neue Sicht.

Wie läuft ein refraktiver Linsentausch ab?

1

Vorbereitung des Auges

Vor Beginn der OP wird das Auge betäubt und die Pupille erweitert. Das Operationsteam kontrolliert noch einmal die Patientendaten, das zu operierende Auge und die geplante Linse: Deine Sicherheit hat bei uns immer oberste Priorität.

Das Auge wird mittels Tropfen betäubt und desinfiziert.
Das Auge wird mittels Tropfen betäubt und desinfiziert.
2

Zugang ins Auge

Über sehr kleine Schnitte am Rand der Hornhaut gelangt der Operateur in die vordere Augenkammer. Diese Zugänge sind selbstabdichtend, sodass keine Naht erforderlich ist. Über die Schnitte werden feine Instrumente und Flüssigkeit in das Auge eingebracht.

Über einen winzigen Zugang kann der Operateur am Auge arbeiten.
Über einen winzigen Zugang kann der Operateur am Auge arbeiten.
3

Öffnung der Linsenkapsel

Die natürliche Linse liegt in einer hauchdünnen Kapsel, der vordere Teil dieser Kapsel wird kreisförmig geöffnet. Die hintere Kapsel bleibt erhalten, sie dient später als stabile Grundlage für die Kunstlinse.

Der vordere Teil der Kapsel wird geöffnet.
Der vordere Teil der Kapsel wird geöffnet.
4

Entfernung der natürlichen Linse

Die natürliche Linse wird mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Dieser Schritt ist aus der Kataraktchirurgie bekannt: Da die Linse beim RLE-Verfahren oft noch klarer und weniger verhärtet ist als bei einem fortgeschrittenen Grauen Star, kann die Operation technisch anders verlaufen als bei einer späten Katarakt.

Die natürliche Linse wird behutsam entfernt.
Die natürliche Linse wird behutsam entfernt.
5

Einsetzen der Kunstlinse

Die gefaltete Kunstlinse wird durch den kleinen Zugang in das Auge eingebracht und entfaltet sich in der Linsenkapsel. Dort wird sie dauerhaft stabil liegen, was nicht zu spüren ist. Anschließend werden Schutzgel und Flüssigkeit entfernt, die Dichtigkeit der Schnitte wird geprüft, und das Auge wird für die erste Heilungsphase geschützt.

Im letzten Schritt wird die neue Linse eingesetzt.
Im letzten Schritt wird die neue Linse eingesetzt.

Der operative Ablauf eines refraktiven Linsentauschs ähnelt einer modernen Kataraktoperation, mit denen YOUSEE in Zusammenarbeit mit der Augenklinik IROC große Erfahrung hat. Der Eingriff findet unter sterilen Bedingungen statt, in der Regel mit örtlicher Betäubung durch Tropfen; je nach Situation können zusätzliche Maßnahmen zur Beruhigung oder Betäubung sinnvoll sein. Du liegst während der Operation auf dem Rücken, das Auge wird desinfiziert und mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Ein kleiner Lidhalter verhindert, dass Du versehentlich blinzelst.

Behandlung beider Augen

Zu Deiner Sicherheit operieren wir nicht beide Augen am selben Tag. Komplikationen sind sehr selten, aber falls sie auftreten, betreffen sie so nur ein Auge.

Verbleibender optischer Rest-Sehfehler

In circa 15 bis 20% der Fälle verbleibt ein geringer optischer Restsehfehler nach einem refraktiven Linsentausch, in der Regel kann dieser aber leicht durch eine Augenlaser-OP korrigiert werden. Um stabile Verhältnisse zu haben, muss man die Heilungsphase von etwa zwei Monaten nach Durchführung der RLE abwarten bis man diese Fine-Tuning durchführen kann.
Sofern der Linsentausch an der YOUSEE oder im IROC erfolgt ist, ist diese zusätzlich erforderliche Augenlaser-OP zur Brillenfreiheit im Preis inbegriffen.

Während der Behandlung sprechen wir mit Dir und führen Dich durch die einzelnen Schritte.

Nach der OP kannst Du Dich noch bei uns entspannen, wir besprechen noch einmal die Nachsorge. Dann vereinbaren wir Deinen ersten Kontrolltermin, zudem bekommst Du von uns eine Notfallnummer, unter der Du uns jederzeit erreichen kannst.

Da das Sehvermögen direkt nach dem refraktiven Linsentausch noch etwas verschwommen sein kann, empfehlen wir, dass Du Dich abholen lässt oder eine Begleitperson dabei hast.

Am OP-Tag ist es normal, wenn die Augen etwas tränen, brennen oder ein Fremdkörpergefühl besteht: Schmerzen treten in der Regel dank des schonenden Verfahrens keine auf.

Zu Hause ruhst Du Dich idealerweise mit geschlossenen Augen aus. Viele Patienten können schon am Abend oder spätestens am nächsten Morgen erstaunlich gut sehen.

Risiko-Nutzen-Abwägung:
Warum eine ehrliche Einschätzung entscheidend ist.

Das Wichtigste in Kürze

Der Nutzen des RLE-Verfahrens liegt vor allem in weniger Abhängigkeit von Gleitsichtbrille oder Kontaktlinsen und in einer stabilen Linsenkorrektur. Dem stehen seltene, aber relevante Risiken gegenüber: Infektion, Entzündung, Netzhautkomplikationen, Restfehlsichtigkeit, Lichtphänomene und mögliche Einbußen beim Kontrastsehen.

Der mögliche Nutzen eines RLE-Verfahrens ist offensichtlich: weniger Abhängigkeit von Gleitsichtbrille oder Kontaktlinsen, stabilere Korrektur der Fehlsichtigkeit, keine spätere Kataraktentwicklung in der entfernten natürlichen Linse und ein Sehkonzept, das stärker an den persönlichen Alltag angepasst werden kann: Mehr Lebensqualität im Alltag.

Gleichzeitig ist ein refraktiver Linsentausch keine kosmetische Maßnahme: Es ist eine Operation im Inneren eines gesunden oder nur leicht veränderten Auges. Es ist für uns daher selbstverständlich, auch über die Risiken zu sprechen.

Zu den relevanten Risiken gehören Infektionen im Auge, entzündliche Reaktionen, Blutungen, Druckanstiege, Schwellungen der Netzhautmitte, Verletzungen der Linsenkapsel, Linsenfehlpositionen, Restfehlsichtigkeiten, die eine Brille oder Nachkorrektur erforderlich machen, und Netzhautkomplikationen bis hin zur Netzhautablösung. Diese Ereignisse sind sehr selten, aber sie sind medizinisch bedeutsam, weil sie die Sehqualität dauerhaft beeinträchtigen können.

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Netzhaut: Menschen mit hoher Kurzsichtigkeit haben unabhängig vom RLE-Verfahren ein höheres Risiko für Netzhautprobleme. Nach einem Linsenaustausch kann dieses Risiko insbesondere bei kurzsichtigen Menschen erhöht sein, deshalb sollten Warnzeichen wie plötzlich auftretende Floater, das sind kleine Partikel, Fasern oder Verdichtungen, die als schwebende Punkte wahrgenommen werden, Lichtblitze oder ein Schatten wie ein Vorhang im Gesichtsfeld immer sofort augenärztlich abgeklärt werden.

Auch ohne schwere Komplikation können Nebenwirkungen störend sein: Dazu gehören verschwommenes Sehen in der frühen Heilungsphase, trockene oder gereizte Augen, Blendung, Halos, Starbursts, also Lichtsterne um Lichtquellen, Ghosting, also ein leichtes Doppelbild, oder eine subjektiv schwächere Kontrastwahrnehmung. Gerade multifokale und trifokale Linsen können mehr Brillenunabhängigkeit ermöglichen, verlangen aber häufiger eine neurovisuelle Eingewöhnung: Das Gehirn muss lernen, die neuen optischen Informationen einzuordnen. Bei manchen Menschen gelingt das schnell, bei anderen dauert es Monate und bei wenigen bleibt die Unzufriedenheit so stark, dass weitere Maßnahmen besprochen werden müssen.

Eine weitere mögliche Spätfolge ist der sogenannte Nachstar (medizinisch posterior capsule opacification). Dabei trübt nicht die Kunstlinse ein, sondern die hintere Linsenkapsel, die im Auge belassen wurde. Das kann Monate oder Jahre später zu nebligem Sehen führen und wird häufig mit einem kurzen Laser-Eingriff behandelt. Das verläuft meist unkompliziert, ist aber ebenfalls ein medizinischer Eingriff mit eigener Indikation.

Für uns ist es deshalb wichtig, gemeinsam mit Dir die Frage zu klären: Ist der zu erwartende Nutzen für Dich groß genug, um das Restrisiko eines intraokularen Eingriffs zu rechtfertigen? Wenn jemand mit Gleitsichtbrille gut zurechtkommt, keine hohen Fehlsichtigkeiten hat und maximale Kontrastqualität erwartet, kann Abwarten die vernünftigere Entscheidung sein. Wenn dagegen Alterssichtigkeit, hohe Weitsichtigkeit oder beginnende Linsenveränderungen den Alltag stark belasten, kann ein refraktiver Linsentausch nach sorgfältiger Diagnostik eine sinnvolle Option sein.

Risikozahl zur Einordnung: Der Patientenleitfaden des Royal College of Ophthalmologists nennt für den refraktiven Linsentausch bzw. RLE eine Größenordnung von etwa 1 von 500 Patientinnen und Patienten mit dauerhaft ernsthaftem Sehverlust. Diese Zahl ist keine individuelle Vorhersage und nicht automatisch auf jedes Zentrum, jedes Risikoprofil und jede OP-Technik übertragbar. Bei YOUSEE profitierst Du von unserer langjährigen Erfahrung und vielen tausend Operationen, die jeder unserer Ärzte durchgeführt hat.

Was Patientinnen und Patienten realistisch erwarten können

In aller Kürze:


Der refraktive Linsentausch kann die Brillenabhängigkeit deutlich verringern, garantiert aber keine uneingeschränkte Brillenfreiheit in jeder Situation.

Entscheidend sind Linsentyp, Netzhaut- und Hornhautbefund, Pupillengröße, Kontrastsehen und persönliche Sehgewohnheiten. Manchmal bleibt eine Brille für kleine Schrift, Nachtfahrten oder spezielle Tätigkeiten sinnvoll.

Ein gutes Ergebnis nach einem refraktiven Linsentausch bedeutet nicht zwangsläufig, in jeder Situation und bei jeder Lichtbedingung ohne Brille optimal zu sehen, realistisch ist ein individuell geplantes Sehprofil. Bei einer monofokalen Strategie kann die Ferne sehr gut sein, während Lesen weiterhin eine Brille erfordert. Bei EDOF- oder multifokalen Linsen kann die Brillenabhängigkeit deutlich sinken, aber Kontrast, Lichtphänomene und Nahkomfort müssen bewusst mitgedacht werden.

Es ist uns deshalb wichtig Deine Augen auf der einen Seite gründlich und umfassend zu untersuchen, auf der anderen Seite aber auch verschiedene Alltagssituationen mit Dir zu besprechen:

  • Kann ich nachts sicher und angenehm Auto fahren?

  • Wie wichtig ist mir Lesen kleiner Schrift ohne Zusatzbrille?

  • Wie viel Zeit verbringe ich am Bildschirm?

  • Bin ich bereit, mögliche Halos oder Blendung in Kauf zu nehmen?

  • Wäre eine gelegentliche Lesebrille für mich akzeptabel, wenn die optische Klarheit dafür höher ist?

  • Würde mich eine kleine Restfehlsichtigkeit stark stören?

Diese Fragen sind für die Wahl der richtigen Linse entscheidend.

Nachsorge: Warum die Kontrollen so wichtig sind

Das Wichtigste in Kürze

Auch wenn sich das Auge rasch erholt sind ärztliche Kontrollen nach einer RLE-Operation unverzichtbar: Die Nachsorge prüft Heilung, Sehschärfe, Augeninnendruck, Entzündungszeichen und die Linsenposition. Plötzliche Schmerzen, Sehverschlechterung, Lichtblitze, neue Floater oder ein Schatten im Gesichtsfeld sollten sofort abgeklärt werden.

Grundsätzlich


Die Nachsorge ist bei uns ein fester Bestandteil des refraktiven Linsentauschs:
Auch wenn die Operation gut verlaufen ist und sich das Auge schnell erholt, können manche Probleme nur durch ärztliche Kontrolle sicher und vor allem rechtzeitig erkannt werden.

Deshalb sollten Nachsorge-Termine auch dann zuverlässig wahrgenommen werden, wenn sich die Sicht erwartungsgemäß entwickelt.

Direkt nach der OP


Direkt nach der Operation werden bekommst Du von uns entzündungshemmende und antibiotische Augentropfen, in den kommenden Tagen sind dann auch befeuchtende Tropfen sinnvoll, insbesondere, wenn sich die Augen trocken oder gereizt anfühlen: Die genaue Tropftherapie hängt von Befund, der Entwicklung der Heilung und Deinem Empfinden ab.

In den ersten Tagen


In den ersten Tagen sollte das Auge geschützt werden: Reiben, Schwimmen, Sauna, Make-up am Auge, staubige Umgebungen und Kontaktsport sollten erst nach ärztlicher Freigabe wieder aufgenommen werden. Autofahren ist erst dann sinnvoll, wenn Sehschärfe, Blendempfindlichkeit und räumliches Sehen ausreichend stabil sind und die Ärztin oder der Arzt keine Einwände hat.

Sofortige Abklärung ist wichtig bei:

  • zunehmenden Schmerzen

  • deutlicher Rötung

  • zunehmender Lichtempfindlichkeit

  • plötzlich schlechter werdender Sicht

  • vielen neuen Floatern

  • Lichtblitzen

  • einem Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld

  • Übelkeit oder starken Kopfschmerzen zusammen mit Augenschmerzen

Diese Warnzeichen bedeuten nicht automatisch, dass eine schwere Komplikation vorliegt, sie sollten aber zeitnah durch uns abgeklärt werden.

Refraktiver Linsentausch im Vergleich: Gleitsichtbrille,
Femto-LASIK, ICL und Katarakt-OP

Das RLE-Verfahren ersetzt die natürliche Linse und adressiert damit Alterssichtigkeit direkt. Die Gleitsichtbrille bleibt nicht-operativ, Femto-LASIK formt die Hornhaut, die ICL ergänzt die natürliche Linse, und die Kataraktoperation ersetzt eine getrübte Linse: Die beste Wahl hängt von Alter, Befund, Sehziel und Risikoprofil ab.


In der Beratung werden häufig Begriffe wie "Linsentausch statt Gleitsichtbrille", "Femto-LASIK bei Alterssichtigkeit", "ICL oder Linsenaustausch" oder "Kataraktoperation mit Premiumlinse" miteinander verglichen. Sie beschreiben verwandte, aber nicht austauschbare Wege. Entscheidend ist, ob die Hornhaut, die natürliche Linse oder eine Linsentrübung das zentrale Sehproblem darstellt.

Augenlasern oder Linsentausch: Welches Verfahren passt zu mir?

Augenlasern oder Linsentausch? Beide Verfahren können die Abhängigkeit von Brille oder Kontaktlinsen verringern, behandeln aber unterschiedliche Ursachen: Bei der Femto-LASIK wird die Hornhaut geformt, beim refraktiven Linsentausch wird die natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Welche Option sinnvoll ist, hängt insbesondere von Alter, Alterssichtigkeit, Fehlsichtigkeit, Hornhaut, Linse, Netzhaut und den persönlichen Sehgewohnheiten ab.

VerfahrenWas wird verändert?Typische ZielgruppeStärkenWichtige Grenzen und Risiken
GleitsichtbrilleKeine Operation; mehrere Sehbereiche im BrillenglasMenschen mit Alterssichtigkeit, die eine nicht-invasive Lösung wünschenSicher, reversibel, flexibel anpassbarEingewöhnung, Randunschärfen, Abhängigkeit von Brille, teils Einschränkungen bei Sport oder Bildschirmarbeit
RLE / refraktiver LinsenaustauschNatürliche Linse wird durch Kunstlinse ersetztHäufig Menschen ab etwa 45 bis 65 mit Alterssichtigkeit, Weitsichtigkeit, beginnender Linsenveränderung oder Wunsch nach weniger GleitsichtbrilleKann Alterssichtigkeit in die Linsenplanung einbeziehen; später kein Grauer Star der natürlichen LinseOperation im Augeninneren; Restrisiko für Infektion, Entzündung, Netzhautkomplikationen, Restfehlsichtigkeit, Halos und Kontrastverlust
Femto-LASIKHornhaut wird mit Laser geformt, die natürliche Linse bleibt erhaltenHäufig jüngere Menschen mit stabiler Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder HornhautverkrümmungSchnelle Erholung, keine Operation im Linseninneren, gut etabliert bei geeigneten AugenKorrigiert die alternde Linse nicht; Alterssichtigkeit bleibt oder entwickelt sich weiter; abhängig von Hornhautdicke und Hornhautgesundheit
ICL / phake LinseZusatzlinse wird vor die natürliche Linse gesetzt, die natürliche Linse bleibt erhaltenHäufig jüngere Menschen mit hoher Fehlsichtigkeit, wenn Laser nicht ideal istErhält die natürliche Akkommodation; kann bei hoher Fehlsichtigkeit eine Option seinIntraokularer Eingriff; Alterssichtigkeit wird nicht grundsätzlich gelöst; regelmäßige Kontrollen wichtig
KataraktoperationGetrübte natürliche Linse wird durch Kunstlinse ersetztMenschen mit Grauem Star und beeinträchtigter SehqualitätMedizinisch begründeter Linsenaustausch bei Linsentrübung; Linsenwahl kann Sehprofil verbessernRisiken ähnlich linsenchirurgischer Eingriffe; Ziel ist primär Behandlung der Trübung, nicht nur Brillenfreiheit

Die Femto-LASIK und der refraktive Linsentausch verfolgen beide das Ziel, die Abhängigkeit von Brille oder Kontaktlinsen zu reduzieren, medizinisch sind es aber sehr unterschiedliche Verfahren.

Bei der Femto-LASIK wird die Hornhaut mit einem Laser so verändert, dass Licht wieder passend auf die Netzhaut fällt, die natürliche Linse bleibt im Auge. Das Verfahren eignet sich vor allem bei stabiler Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung und wird häufig bei jüngeren Patientinnen und Patienten erwogen.

Beim RLE-Verfahren wird dagegen die natürliche Linse ersetzt und dadurch kann die Alterssichtigkeit direkt in die Planung einbezogen werden. Dieser Vorteil ist besonders für Menschen relevant, bei denen die Linse bereits der zentrale limitierende Faktor ist. Gleichzeitig ist der refraktive Linsentausch invasiver als eine reine Hornhautlaserbehandlung, weil im Augeninneren operiert wird. Aus diesem Grund ist die Indikationsstellung strenger und die Aufklärung umfassender.

Kurz gesagt: Femto-LASIK formt die Hornhaut, RLE ersetzt die Linse. Welcher Weg sinnvoller ist, hängt von Alter, Fehlsichtigkeit, Hornhaut, Linse, Netzhaut, Alltag und Risikoprofil ab.

Alternativen zum refraktiven Linsentausch

In aller Kürze


Alternativen zum RLE-Verfahren sind je nach Befund Gleitsichtbrille, Kontaktlinsen, Monovision, Femto-LASIK, Trans-PRK, ICL oder bewusstes Abwarten.

Eine gute Empfehlung vergleicht nicht nur die Sehschärfe, sondern auch Sicherheit, Reversibilität, Alterssichtigkeit, Netzhautrisiko, Kontrastsehen und langfristige Nachsorge.

Der refraktive Linsentausch ist eine Option unter vielen:


Für manche Menschen bleibt die Gleitsichtbrille die sicherste und praktischste Lösung, andere profitieren von Kontaktlinsen, Monovision mit Kontaktlinsen, einer Laserbehandlung der Hornhaut oder einer phaken Zusatzlinse. Auch bewusstes Abwarten kann richtig sein, wenn die natürliche Linse noch klar ist, die Beschwerden gut korrigierbar sind und der Nutzen einer Operation nicht deutlich überwiegt.

Eine seriöse Beratung sollte diese Alternativen nicht nur erwähnen, sondern aktiv mit dem RLE-Verfahren vergleichen. Gerade weil der Eingriff irreversibel ist, die natürliche Linse kann nicht wieder eingesetzt werden, sollte die Entscheidung nach umfassender Aufklärung, in Ruhe und ohne Zeitdruck getroffen werden.

FAQ: Häufige Fragen zum refraktiven Linsentausch

Ist RLE dasselbe wie eine Kataraktoperation?

Technisch ist der refraktive Linsentausch einer modernen Kataraktoperation sehr ähnlich, weil die natürliche Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Der Unterschied liegt im Anlass: Bei der Kataraktoperation ist die Linse getrübt, beim RLE-Verfahren steht die Korrektur von Fehlsichtigkeit und Alterssichtigkeit im Vordergrund.

Kann RLE die Alterssichtigkeit korrigieren?

Ein refraktiver Linsentausch kann die nachlassende Akkommodation nicht wiederherstellen, weil auch eine Kunstlinse keine junge natürliche Linse ist. Je nach Linsentyp kann das Verfahren aber ein Sehprofil schaffen, das Ferne, Zwischenbereich und Nähe besser ohne Gleitsichtbrille abdeckt. Wie gut das gelingt, hängt stark von der Linsenwahl und den Augenbefunden ab.

Bin ich nach einer RLE garantiert brillenfrei?

Nein. Kein seriöses Zentrum kann vollständige Brillenfreiheit garantieren: Viele Patientinnen und Patienten benötigen nach dem refraktiven Linsentausch deutlich seltener eine Brille, manche aber weiterhin für bestimmte Tätigkeiten, etwa sehr kleine Schrift, langes Lesen, Bildschirmarbeit oder Autofahren bei Nacht.

Welche Linse ist für eine RLE die beste?

Die beste Linse ist die, die zu Deinen Augen und Deinem Alltag passt. Monofokallinsen bieten häufig die klarste optische Qualität in einer Hauptdistanz, multifokale oder trifokale Linsen können mehr Brillenunabhängigkeit ermöglichen, bringen aber eher Halos, Blendung und Kontrastkompromisse mit sich. EDOF-Linsen liegen oft dazwischen, sind aber ebenfalls nicht kompromissfrei.

Was ist mit Halos und Blendung?

Halos, Blendung, Starbursts oder Schattenbilder können nach einem refraktiven Linsenaustausch auftreten, bei multifokalen und trifokalen Linsen häufiger als bei monofokalen Linsen. Viele Menschen gewöhnen sich daran, doch bei manchen bleiben sie störend: Wer zum Beispiel beruflich viel nachts fährt oder sehr empfindlich auf Lichtphänomene reagiert, sollte diesen Punkt unbedingt mit uns besprechen.

Kann ich durch eine RLE blind werden?

Ein schwerer, dauerhafter Sehverlust ist extrem selten, aber nicht unmöglich. Infektionen, Netzhautablösungen, Blutungen oder schwere Entzündungen können die Sehfähigkeit bedrohen. Wir minimieren dieses Risiko durch sorgfältige Voruntersuchung, sterile Operation, realistische Indikationsstellung und konsequente Nachsorge weiter, zudem profitierst Du von unserer jahrzehntelangen Erfahrungen mit diesen Operationen.

Wann kann ich nach einem refraktiven Linsentausch wieder arbeiten?

Viele leichte Tätigkeiten sind nach kurzer Erholungszeit wieder möglich, aber der genaue Zeitpunkt hängt von Beruf, Heilungsverlauf, Linsentyp, Sehschwankungen und ärztlicher Kontrolle ab. Bildschirmarbeit, Autofahren, körperlich belastende Arbeit oder Tätigkeiten in staubiger Umgebung sollten individuell mit uns besprochen werden.

Kann ich nach einer RLE noch Grauen Star bekommen?

Nein. Die natürliche Linse, die später einen Grauen Star entwickeln könnte, wird beim refraktiven Linsentausch entfernt. Es kann aber nach dem RLE-Eingriff ein Nachstar entstehen, also eine Trübung der hinteren Linsenkapsel: Dies betrifft etwa 20% der Patienten und wird ggf. mit einem Laser behandelt. Hast Du die RLE-Operation bei YOUSEE oder im IROC durchführen lassen, ist diese zweite Eingriff im Preis inbegriffen.

Kann man eine RLE rückgängig machen?

Die natürliche Linse kann nach der Entfernung während des refraktiven Linsentauschs nicht wieder eingesetzt werden. Eine Kunstlinse kann in bestimmten Situationen ausgetauscht oder neu positioniert werden,aber das ist ein weiterer Eingriff im Augeninneren und nicht mit einer einfachen Rückkehr zum Ausgangszustand gleichzusetzen.

Wie lange hält eine Kunstlinse nach einem Linsentausch?

Eine moderne Intraokularlinse ist für einen dauerhaften Verbleib im Auge vorgesehen und nutzt sich nicht wie eine Kontaktlinse ab. Die entfernte natürliche Linse kann keinen Grauen Star mehr entwickeln. Monate oder Jahre später kann jedoch die hintere Linsenkapsel eintrüben; das wird Nachstar genannt und lässt sich bei Bedarf häufig mit einem kurzen Laser-Eingriff behandeln. Ob und wann eine Kontrolle oder Behandlung sinnvoll ist, entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt anhand des individuellen Befunds.

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